Tradition

Mit der Tradition ist das so eine Sache. Wenn man sie nicht mit Leben und Sinn füllen kann, wirkt sie wie ein hohles Kostüm. Leer und unecht. Deshalb ist es uns wichtig, dass alles was wir tun, nicht nur eine unbedeutende Phrase ist, sondern auch begründet werden kann.

Viele dieser Traditionen und Bräuche sind älter als unserer Corps. Sie stammen z.T. noch aus dem 19. Jahrhundert und sind zwar zeitgerecht angepasst worden, aber nie so, dass sich der Sinn dahinter verloren hat. Eine der ältesten Traditionen ist das Conventsprinzip. Studenten wählten ihre Repräsentanten schon demokratisch, als es in Deutschland und Europa noch die Leibeigenschaft gab. Das hat sich bis heute gehalten.

Nach wie vor tragen wir bei Veranstaltungen unser Corpsband mit den Farben unseres Corps Blau-Weiß-Gold als Zeichen der Zusammengehörigkeit. Zu besonderen Anlässen gehört dann auch unsere blaue Studentenmütze dazu. Ein solcher Anlass kann zum Beispiel eine der ungefähr drei bis vier „Kneipen“ im Semester sein. Das sind gesellige Abende beim Bier, die seit über hundert Jahren annähernd gleich ablaufen: Begrüßungen und ernste oder heitere Reden wechseln sich mit Studentenliedern ab. Und die zeigen sich trotz ihres Alters erstaunlich zeitgemäß. So heißt es in einem Lied von Wenzel Müller (1767-1835!) immer noch aktuell: „Ich hab’ den ganzen Vormittag, in einem fort studiert. Drum sei nun auch der Nachmittag dem Bierstoff dediziert…“ Wir Corpsstudenten bekennen uns auch zur Mensur. Das ist studentisches Fechten nach festen Regeln aber – ja: mit scharfen Klingen. Nicht jeder ist bereit für unsere Gemeinschaft, im wahrsten Sinne des Wortes, den Kopf hinzuhalten – auch wenn Verletzungen dabei eher die Ausnahme als die Regel sind.

Weil wir an diesen Traditionen festhalten, die uns seit so langer Zeit begleiten und verbinden, haben wir natürlich auch Gegner. Man nennt uns frauenfeindlich, chauvinistisch, wirft uns Deutschtümelei, rituelle Besäufnisse und blutige Gemetzel vor (siehe Verbindungs-FAQ).

Deshalb ist jeder eingeladen, sich selbst ein Bild zu machen, was es mit diesen Traditionen auf sich hat. Zur unseren geselligen Abenden ist jeder willkommen.