Nein!

Die Burschenschaften sind nur eine bestimmte Art von Verbindung; der richtige Oberbegriff ist „Verbindung“ oder „Korporation“ (lat.: „Körperschaft“; falsch: „Kooperation“). Es gibt akademische Korporationen – Studentenverbindungen – und pennale Korporationen – Schülerverbindungen.

Allein in Deutschland gibt es mehr als 1.100 aktive Studentenverbindungen. Davon tragen überhaupt nur ca. 250 die Bezeichnung „Burschenschaft“. Die Burschenschaften stellen weder die größte Gruppe dar, noch sind sie der älteste Verbindungstyp.

Das Missverständnis kommt wahrscheinlich daher, dass bei allen Verbindungen die endgültig aufgenommenen Mitglieder „Bursch“ genannt werden, was allerdings nichts anderes bedeutet als „Student“, ursprünglich jedenfalls; heute auch allgemein „junger Mann“.

In einigen AStA-Readern werden Verbindungsmitglieder abfällig als „Burschis“ bezeichnet.

Die Verbindungslandschaft ist so international und so bunt, dass es nahezu unmöglich ist, alle aufzuzählen.

Zu den wichtigsten in Deutschland zählen: Corps, Landsmannschaften, Turnerschaften, Sängerschaften, Burschenschaften, christliche Verbindungen und Damenverbindungen.

Einige Verbindungen gleicher Grundausrichtung haben sich in Dachverbänden zusammengeschlossen. Bei einigen gibt es Schnittmengen hinsichtlich der Prinzipien, der Einstellung zum Fechten oder was das Tragen der Verbindungsfarben betrifft.

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„Farbentragend“ sind solche Verbindungen, die bei bestimmten Gelegenheiten die Farben der Verbindung in Band und Mütze tragen.

Es gibt Verbindungen, die tun das nicht. Diese werden dann als „nichtfarbentragend“ bezeichnet.

Nichtfarbentragende Verbindungen können trotzdem Farben haben (z.B. als Fahne oder Wappen), die aber nicht getragen werden – das heißt dann „farbenführend“, – und es gibt Verbindungen, die haben nicht einmal das.

So nennt man eine Verbindung, die das akademische oder pennale Fechten mit einem festen Abstand praktiziert, das sog. Mensurfechten.

Der Begriff „schlagend“ klingt sehr martialisch und will eigentlich nur sagen, dass es sich bei unserem Fechtstil um Hiebfechten handelt also nicht gestoßen (gestochen) wird. Daher auch die Bezeichnung „Hieber“, „Schlagrapier“ oder einfach „Schläger“ für unsere Waffen.

Da die Frage sehr verallgemeinert, muss sie mit „nein“ beantwortet werden, weil jeder Verbindungstyp eine unterschiedliche Ausrichtung hat. In einigen Burschenschaften ist eine politische Betätigung erwünscht, die dann gelegentlich auch die Grenzen der Rechtsstaatlichkeit berührt.

Wir Corps distanzieren uns davon! Unsere Werte sind die des Humanismus. In unseren Reihen herrscht ein Klima der Geistesfreiheit und Toleranz, das Außenstehende – selbst Angehörige anderer Verbindungen – immer wieder erstaunt, sei es gegenüber politischen Einstellungen, Staatszugehörigkeiten, Religionen oder Homosexuellen. Jedes Mitglied darf seine Religion, seine Anschauungen und Neigungen eigenverantwortlich leben. Wer aber so handelt oder sich äußert, dass er gegen unser Prinzip der gegenseitigen Toleranz verstößt, hat in unseren Reihen nichts verloren.

Ein Fußballverein tut das auch nicht. Dem würde man auch keine Frauenfeindlichkeit vorwerfen.

Aber ernsthaft: Es ist richtig, dass der überwiegende Teil der Studentenverbindungen keine Frauen aufnimmt. Mit Frauenfeindlichkeit hat das jedoch nichts zu tun. Schon vor Jahrzehnten gab es Versuche, die Verbindungen für Frauen zu öffnen. Diese Versuche wurden von den übrigen Verbindungen sehr genau beobachtet und vermochten aber nicht alle zu überzeugen. Daraus den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit abzuleiten, ist albern.

Jede Party, jedes Fest wäre ohne unsere Frauen und Freundinnen nicht zu denken. Sie sind ein fester Bestandteil unserer Corpsfamilie.

Es gibt übrigens auch Damenverbindungen, bei denen wir Männer nicht Mitglied werden dürfen.

Richtig. Man darf jetzt mal vermuten, dass das alle Studenten tun. Wenn wir beim Bier zusammensitzen, dient das der Geselligkeit, niemand trinkt allein. Daher trinken wir unser Bier in der Regel auch aus Gläsern und nicht aus Flaschen. „Harte Sachen“ sind bei uns verpönt.

Abgesehen davon gibt es in vielen Verbindungen Leute, die, aus welchen Gründen auch immer, überhaupt keinen Alkohol trinken. Auch das wird natürlich akzeptiert.

Bei Fehlverhalten ist Alkoholeinfluss jedoch bei uns kein Entschuldigungsgrund. Wir fordern von jedem Mitglied, auch nach mehreren Bieren für sein Handeln gerade zu stehen.

Am besten ist es wohl, wenn du einfach bei einer unserer nächsten Veranstaltungen teilnimmst. So hast du die Möglichkeit uns, unser Corpsleben und natürlich auch unser schönes Corpshaus genauer in Augenschein zu nehmen und natürlich haben auch wir Interesse daran, dich zunächst einmal näher kennenzulernen.

Wenn die Chemie stimmt, du eingeschriebener Student an einer der Rostocker Hochschulen bist und vor Verantwortung, Teamgeist und Einstehen für eine Gemeinschaft nicht zurückschreckst, heißen wir dich gerne als neuen Fuchs in unserem Corps willkommen!